Mensch « LICHT » Raum

LiTG-Tagung Licht- und Lebensqualität | 29. bis 30. März 2017 in Weimar

Workshop C: Völker + Greiner Mai

Prof. Dr.-Ing. Conrad Völker, Professur Bauphysik, Bauhaus-Universität Weimar
Dipl.-Ing. Ulf Greiner Mai, ö. b. u. v. Sachverständiger für Lichttechnik und Ingenieurhonorare; Beratender Ingenieur VBI

Interdisziplinärer Versuchsaufbau Klimalabor

– Vorstellung und Fragen zu laufenden und geplanten Forschungen und Experimenten


Das von der Tagung adressierte Thema „Licht- und Lebensqualität“ beinhaltet randständig auch die Gebiete Raumluftqualität und thermische Behaglichkeit des Nutzers. Im Rahmen des Workshops soll in diese Gebiete mit einem Impulsvortrag kurz eingeführt werden. Anschließend ist eine Besichtigung des Klimalabors der Bauhaus-Universität Weimar vorgesehen.

In diesem Labor werden Messungen durchgeführt, um beispielsweise energieeffiziente und gleichzeitig thermisch behagliche Raumklimatisierungen zu entwickeln. Da der Nutzer des Gebäudes ein das Raumklima beeinflussender Faktor ist, ist das Klimalabor mit einem thermischen Manikin („Feelix“) ausgestattet. Dieses ist durch unter der Oberfläche verlaufende Heizdrähte in der Lage, eine dem Menschen ähnliche Hauttemperatur zu simulieren. Bei Bedarf kann zusätzlich eine künstliche, mittels Pumpen gesteuerte Atmung erzeugt werden. In Kombination mit einer Tracer-Gas-Anlage können damit Aussagen über die Raumluftqualität getroffen werden.

Die messtechnische Erfassung der Strömungsgeschwindigkeit erfolgt mit Hilfe eines Verfahrens, welches die Strömung mit Hilfe von Partikeln visualisiert. Zusätzlich wird das Strömungsfeld durch so genannte Lichtschnitte in einer Ebene gleichmäßig ausgeleuchtet. Wird dieses Licht gepulst, ergeben die Partikel charakteristische Muster, die mit einer hochauflösenden Kamera festgehalten werden. Abschließend wird aus den Bildspuren die Partikelgeschwindigkeit berechnet.

Derzeit wird an einem neuen Verfahren zur Erfassung der Strömungsgeschwindigkeit, dem so ge-nannten Schlierenverfahren, gearbeitet. Bei diesem Verfahren werden Schwankungen des Bre-chungsindex der Luft visualisiert, wodurch z.B. thermische Konvektionsbewegungen sichtbar ge-macht werden können. Das wichtigste Element des Messaufbaus ist ein großer Spiegel, welcher die Präzision eines astronomischen Teleskops aufweisen muss. Hinzu kommen eine Lichtquelle sowie eine hochauflösende Kamera.

Im Workshop soll auch diskutiert werden, wie mit solchen Versuchsaufbauten, die im ersten Augenschein keine Lichteffekte hinterfragen, die für den Menschen eigentlich wesentlichen Raumparameter evaluiert und gewichten werden können. Damit will der Workshop Anregung zur interdisziplinären Zusammenarbeit geben, die außer Effekten des Lichtes insbesondere auch andere signifikante Raumparameter berücksichtigt.